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No, you can definetly not go to Susong Area!

Das alles nicht immer so leicht sein würde, wie geplant, war ja irgendiwe klar. Das es mit den Genehmigungen auch nicht so ganz leicht ist, wurde erwähnt. Ein weitere Neuerung im Ungetüm chinesischer Verwissungstaktiken lernten wir aber auch alsbald kennen.

Das Spiel mit verdeckten Karten! Der Mangel an Offenheit. Wendungen in der Argumentationstechnik von Tag zu Tag oder auch nur vorgeschobene Ausreden um bloß nicht nach Susong zu müssen.

Es zeigte sich in Kegong recht bald, das die Idee, drei Dörfer jeweils 10 Tage lang zu beforschen nicht unbedingt die beste ist, da man doch einfach etwas mehr Zeit vor Ort braucht. So wurde von einfach der 2. Ort, Bazhu, geskippt. Denn er befindet sich in unmittelbarer Nähe von Kegong, die Nutzungs und Ökosysteme ähnelen sich sehr, so wollten wir einfach direkt nach Suson, deutlich weiter in den Norden fahren. Dort ist alles detulich höher, die Kultur deutlich tibetischer, die Landnutzungsstrategien sind andere.

Tagelang wurde also jeden morgen diskutiert. Erst hieß es, Han Xi müsse unbedingt selber in Bazhu forschen, wovon vorher nie die Rede war, Till durch dieses Manöver definitiv Tage der Übersetzung verloren hätte. Nach einem erneuten Umplanen, also anpassen unsererseits und verlängern der gesamten Zeit war es dann der Punkt, das Sie ja aber Anfang Juli in Kunming sein müsste. Was einen Tag vorher, bei Verlängerung, noch nicht im Ansatz genannt wurde... Die letzte Episode beinhaltete dann das bekannte Problem mit dem Unfall im Lande T im vergangenen Jahr, was es uns vollkommen unmögliche werden ließ, dorthin zu gehen. Die Sicherheit, die politische Lage, das Naturschutzgebiet! Ach ja, und wir haben dafür ja keine Genehmigung besorgt. Geht also nicht. In Bazhu werden wir toleriert. Let´s go there!

No, lets try it up in the north, same same but different! Ein Telefonat mit Cheffe YYP ließ alles in Minutenschnelle regeln, weitere Telefonate seinerseits mit irgendwelchen Bekannten in dem Naturschutzgebietsmanagement ebnete den Weg ins Schutzgebiet des Weißen Pferdes. Nun doch, hatten wir uns wieder irgendwie durchgesetzt!

Zwar sollte wir wieder Spione mit auf den Weg bekommen, nun sogar zwei, durften nichts zu Problemen zwischen lokaler Bevölkerung und Schutzgebiet, also Regierung fragen, noch Pflanzen sammeln (was die locals natürlich auch nie tun). Es war dann doch nur ein Spion, und der hatte nach 3 Tagen keine Lust mehr auf uns...

Und trotz allem bleibt zu sagen, 1. erinnert man sich hinterher immer besser an die problematischen, komplizierten Situationen, die einem Mühe Stress, Ärger usw beschert haben, 2. hat Han Xi sich echt stets bemüht (zum Glück ist das kein Praktikumszeugnis hier!) und sich für die Anliegen, die letztlich verfolgt wurden eingesetzt, und einen excellenten Job in der Übersetzung gemacht! Auch wenn sie dabei doch eher wie eine chinesische Touristen rüberkam...

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20.7.09 09:18


Kegong Livelihoods und Forestwoods

Und endlich gab es ihn, den guten, selbstgebrannten Baijou, allerfeinster Reisschnaps der in Kehle oder auch im Glase brennt.

Freunde aus der Ferne in der Ferne, eine Familie die einen wie den eigenen Sohn aufnimmt, man von der Schwiegertochter Dong Mei, dem "Schönen Winter", nur als großer Bruder bezeichnet wird, die eingepökelten Schweine derart lecker sind, das auch das kleine BaoBao (Baby) sich mit 8 Monaten daran gütlich tut und die Landschaft ein Traum in Reisterasse ist...

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So konnte doch wunderbar gearbeitet werden, jedenfalls nachdem die üblichen Probleme des Verständnisses bzw. der Übersetzung geklärt waren, Fräulein Han Xi verstanden hatte, worum es geht (zum Glück haben wir ihr nicht, wie sie eigentlich wollte, noch mehr Infos vorab geschickt, die Verwirrung wäre wohl noch größer gewoerden...) und im ganzen Dorf Hallo gesagt wurde.

Der eine also immer mit Han Xi von Haushalt zu Haushalt, mächtig viele Interviews führend, jede mögliche Beziehung unterschiedlicher Einflussfaktoren für die Gestaltung des Lebens checkend, an Abenden Gruppendiskussionen und andere PRAs führend...

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 ...der andere mit Ferdi immer auf der Suche nach den Pilzen, den Weidetieren, dem Holz im Wald, den Reis- und Maisfeldern, also allem was die Leute hier zum Leben brauchen. Mit Spaten, Bodenkundlicher Kartieranleitung, Kompass, verwirrenden Formblättern für die Ordnung der Vegetation etc. auf der Suche nach dem genutzten Ökosystem...

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An den zahlreichen Abenden gabs erheiternde Gesänge aus Tibet, erschütternd schlecht vorgetragende deutsche Lieder á la 3 Chinesen mit dem Kontrabass, tiefsinnige Gespräche über kulturelle Unterschiede oder die Funktionsweise der deutschen Landwirtschaft und dem Subverntionswesen der EU, dazu immer den ein oder anderen Humpen Schnappo, Sonnenblumenkerne zum rummüllen, Fliegen, Mücken und andere fliegen Ungeschöpfe, die nicht selten an Hbschrauber erinnerten...

18.7.09 09:31


Von Verwirrungen, Genehmigungen und eventuellen Forschungen...

Abwarten und tee trinken!

Dieses Sprichworte ist, da sind wir uns zu 100% sicher, hier in Chinesien erfunden worden. Das es überhaupt keine Probleme bereiten wird, hatten wir ja schonmal an anderer Stelle berichtet. Einfach einen Tag vorher anrufen, schon freuen sich alle einen Ast, sagen; "ja, jippieh, kommt zu uns in die tibetische autonome Region und forscht was ihr wollt, kein Problem..."

Wir haben also 2 Tage mit Tee trinken, Kippen rauchen, mit irgendwelchen offiziellen Typen Essen gehen, von Büro zu Büro laufen, von Weixi nach Tacheng, von unterer zu oberer hierarchischer Ebene verwiesen werden, von Tachen nach Weixi fahren, in oberer hierarchischer, also County (sowas wie Landkreis) Ebene mit Foreign Affairs Leuten reden, wieder nach Tachen fahren, ohne Antworten zu bekommen, ohne Genehmigungen zu bekommen verbracht. Da wurde sogar uns auf Dauer etwas, aber nur etwas langweilig...

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Um schlussendlich nach vielen verlorenen Nerven, unendlichen Telefonaten, aufgebrachtem Verständniss für komplett nicht nachvollziehbare Prozesse, Preise für absurd teure Fahrten durch die Gegend bezahlend (haben wir als "Freundschaftsgeste", oder auch unter dem Kapitel, ähem, Schmiermittel verbucht) mit der Auflage eine Begleitung mit ins Dorf Kegong zu bekommen losziehen zu düfen!

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Und tatsächlich kamen wir denn gut dort an! Komischerweise hatte unser "Spion" dann keine Zeit mehr, die "Prüfung", von der vorher mal die Rede war hatten wir scheinbar bestanden, so konnte also fast unbeschwert losgelegt und bei Familie He Weiming gewohnt werden.

Fast. Denn am 2. Tag stand unser Freund des Auswärtigen Amtes direkt bei uns in der Tür... wollte sich nach unserer Sicherheit erkundigen. Denn das hat ja nach dem letztjährigen "Unfall" in dem Land, äh der Provinz T, dessen Namen man ja nie so richtig aussprechen darf, ja oberste Priorität. Auch wenn man sich wohl nicht besser aufgehoben, sicherer als in solche einem Dorf, in solch einer Familie fühlen kann...

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16.7.09 09:54


Home sweet home

Leute leute,

viel Wasser ist den Yangtse und auch den Mecong hinuntergeflossen, seit wir uns das letzte Mal hier ausgelassen haben! 4 Wochen Feldarbeit liegen hinter uns, ob erfolgreich, weiß man wohl erst so wirklich nach Abgabe der verflixten Arbeit, also ab November bzw. Februar... Nun sind wir mal wieder in Kunming, erholen uns ein wenig, fangen aber natürlich auch direkt wieder mit der Arbeit an, bevor wir uns in ca. 2 Wochen auf nach Beijing machen

Erlebnisse, Entbehrungen, Schweiß, Hitze, Regen und viel Sonne, Höhen und Tiefen sind überstanden. In den nächsten Tagen und Wochen wird sukzessive ein kleiner Ausschnitt aus dem Pottpürree ruralem China wiedergegeben. Erstmal nur so viel, diese ganze Zeit war relativ zeichnend...

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15.7.09 12:18


"Schneeberg des weißen Pferdes" voraus!

So, kann losgehen hier!

Unser werter Herr 'Praktikant' Ferdi ist seit gestern da und ist ganz wild drauf, auf Yakdung Kaffee für seine Chefs zu kochen. 

Wir sind mittlerweile soweit, das wir halbwegs wissen, was wir wann wie machen wollen..

Unsere Fragebögen sind übersetzt, Han Xi weiß nun auch endlich, wie wir arbeiten wollen und hat das sogar vielleicht verstanden.

Nur die konkrete Planung des Feldaufenthaltes ist noch überhaupt nicht klar. Die Genehmigung von Regierungsseiten ist "überhaupt kein Problem", wird aber erst so wirklich Montag früh mit den Beamten in der Townshipregierung geklärt... Kontakte zu Village Authorities, die uns erste Ansprechpartner sein werden und die uns Übernachtungen bei den Locals vermitteln (hoffentlich) werden dann auch erst geknüpft, wenn wir bei denen vor der Tür stehen...Evtl gehen wir da etwas zu deutsch, zu planungsfixiert und organisationsversessen ran, aber die Erklärung "if we would call them to early, they would be to busy to care about our stuff" geht nur schwer rein!

Im Grunde egal, wird schon laufen. Sonntag 9h hier Abfahrt. Dann wirds wohl einen Monat keine News hier von uns geben, Internet in den Dörfern würde uns wohl zu hart schocken. Aber dann Anfang Juli heiße Research Storys,

Ahoi! 

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6.6.09 04:49


Die guten Seiten des Lebens!

Man soll ja nicht nur maulen!

Es gibt auch nach wie vor viel Erheiterndes! Das soll auch nicht zu kurz kommen hier!

Man freut sich zwar, wenn´s mal n Baguette gibt, noch mehr freut man sich aber zB, wenn ein lustiger chinesicher Koch einem in einer oft recht ranzigen Bude über dem Feuer irgendwas herrliches zaubert! Und das erleben wir auch immer wieder mit Wonne, auch mit oder in Fett, Chilli und Sechuanpfeffer, Knoblauch, all dem anderen guten Zeug... mit Reis, Nudeln, oder gegrillt, gedünstet oder gekocht, viel zu viele Varianten, als das man sie alle testen könnte....

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3.6.09 13:16


Streetlife

Die Chinesische Großstadt an sich:

Sie ist groß, besteht meistens zu 99,3869% aus Beton der zu erheblichen Anteilen mit Neonreklamen verkleidet ist, die Luft wird gefüllt mit Abgasen allerlei Couleur (u.a. Dieselruß in Schwaden, die einen nicht mehr durchblicken lassen, Stinketofugeruch, chemischen Düften á la Verdünner oder Lack), es wird aus annähernd jedem Geschäfft Beschallung aufgefahren, die bis an den Anschlag aufgedreht und damit extrem verzerrt, nicht mehr verständlich und einfach Ohrenbetäubend ist. Auf den Straßen finden sich Autos, Roller, Räder, Karren, Menschen. In Massen! Trainieren von Slalomtechniken wird daher vor jedem China Besuch genaus dringend empfohlen wie spontanes zur Seite springen um nicht von irgendeinem wilden Fahrer überrollt zu werden, drängeln, rempeln, schubsen! Bei allem trotzdem immer halbwegs cool bleiben, sich bloß nicht aufregen, Gelassenheit austrahlen. Nervöse, hektische Europäer werden nicht ernster genommen! Daher der erwähnte Durchzug, das Gleichschalten im Kopf, Ignorieren von Einflüssen bei gleichzeitiger, lebenswichtiger Sinnesaktivität...

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Die ersten Tage und Wochen der Erheiterung, Belustigung, des Interesses für das Neue sind, wie man merkt langsam für Kunming beendet! Beschäftigungsmöglichkeiten hier auch äußerst begrenzt, man kann nicht mal eben aus der Stadt fahren, wandern gehen oder so.Es gibt nur die üblichen Touriziele, die man ansteuern kann, kosten viel Geld, sind mit massig Leuten voll, sodass man darauf gerne verzichtet. Kletterhalle ist auch nicht zu finden, obwohl sie da sein soll, wo wir sie gesucht haben. Freizeit wird hier mit Shopping verbracht, was die Zeit um Feierabend nicht wirklich entspannter macht, Sonntags außerhalb des Hostels, irgendwo zwischen Geschäften (hier gibt es überall Geschäfte!) unerträglich werden lässt...

Ja, und Regenzeit ist nun hier auch noch...spricht, es regnet ca. jeden Tag, mal den ganzen, mal nur kurz mit eingeschaltetem Sonnenschein...

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3.6.09 13:01


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